Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg 5% – Tipps

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg?

Sie möchten ein Einfamilienhaus in Baden-Württemberg kaufen oder bauen? Dann bedenken Sie auch die Bau- bzw. Kaufnebenkosten. Zu den wichtigsten Nebenkosten des Immobilienkaufs, die leider oft vergessen werden, gehört die Grunderwerbsteuer. Diese beteiligt Vater Staat an jedem Immobilienkauf bzw. –verkauf und berechnet sich prozentual vom Kaufpreis.

Anders als noch vor wenigen Jahren gilt heute keine bundesweit einheitliche Grunderwerbsteuer mehr. Lag diese früher bei 3,5 Prozent im gesamten Bundesgebiet, haben mittlerweile fast alle Länder eine höhere Grunderwerbsteuer eingeführt. In Baden-Württemberg hat man sich dennoch Zeit gelassen und die Grunderwerbsteuer das erste und bisher einzige Mal am 05.11.2011 erhöht auf nunmehr 5,0 Prozent. Doch was heißt das konkret für Sie als Haus- und Grundstückskäufer? Zeigen wir es doch an einem kleinen Beispiel.

 

Familie Meier kauft sich folgendes Grundstück:

Größe: 780 qm

Preis/qm:105 Euro

Gesamtpreis: 780 qm * 105 Euro = 81.900 Euro

 

  1. a) Der Kauf erfolgt vom privaten Käufer.
  2. b) Der Kauf erfolgt vom Bauträger. Dieser erbaut darauf später ein Einfamilienhaus zum Preis von 125.000 Euro.

a) 81.900 Euro Grundstückspreis * 5,0 % Grunderwerbsteuer = 4.095 Euro

b) 81.900 Euro Grundstückspreis + 125.000 Euro Hauspreis = 206.900 Euro

206.900 Euro Gesamtpreis * 5,0 % Grunderwerbsteuer  = 10.345 Euro

 

Differenz:

10.345 Euro – 4.095 Euro =  6.250 Euro

 

Am Beispiel wird auch eine der Besonderheiten bei der Grunderwerbsteuer deutlich. Diese berechnet sich nämlich immer anhand des gesamten Kaufpreises, selbst wenn das Einfamilienhaus als solches erst noch gebaut werden soll.

 

 

Verzichtet Vater Staat auch manchmal auf die Zahlung der Grunderwerbsteuer?

 

Grundsätzlich muss bei jedem Immobilienkauf, bei dem es zum Rechtsträgerwechsel kommt, die Grunderwerbsteuer gezahlt werden. Unter dem Rechtsträgerwechsel versteht man dabei, dass die Rechte und Pflichten am Grundstück vom Verkäufer auf den Käufer übergehen. Es gibt jedoch vier grundlegende Fälle, in denen die Grunderwerbsteuer nicht gezahlt werden muss:

 

  1. Freigrenze von 2.500 Euro Kaufpreis wird nicht überschritten – in der Praxis kaum realisierbar.
  2. Der Kauf erfolgt vom Ehe-/Lebenspartner.
  3. Der Kauf erfolgt vom Ex-Ehe-/Lebenspartner im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach Scheidung bzw. Trennung.
  4. Der Kauf erfolgt von einer Person, die im geraden Verhältnis mit dem Käufer verwandt ist.

 

 

Wann muss ich die Grunderwerbsteuer an den Fiskus zahlen?

 

Bei der Grunderwerbsteuer in Deutschland handelt es sich um eine so genannte Verkehrssteuer. Das heißt, dass diese an ein Geschäft im Rechtsverkehr gekoppelt ist und mit dessen Entstehung auch sofort fällig wird. Sobald sich Käufer und Verkäufer auf einen Kaufpreis geeinigt und einen rechtsgültigen Kaufvertrag vor dem Notar geschlossen haben, wird die Grunderwerbsteuer fällig.

 

Das Finanzamt erstellt dazu einen Steuerbescheid, aus dem die genaue Höhe der Grunderwerbsteuer hervorgeht. Innerhalb eines Monats, nachdem der Bescheid dem Steuerpflichtigen zugestellt wurde, muss die Grunderwerbsteuer entrichtet werden. Zwar gibt es grundsätzlich einen Ermessensspielraum, der es den Finanzbeamten erlaubt, die Zahlung auch zu einem späteren Zeitpunkt zu genehmigen, doch von diesem wird so gut wie nie Gebrauch gemacht. Aufgrund der Verkehrssteuereigenschaft der Grunderwerbsteuer ist auch eine Stundung dieser Steuer grundsätzlich nicht möglich.

 

Wurde im Nachgang festgestellt, dass Mängel beim Grundstück vorliegen und der Kaufpreis daraufhin vor dem Notar gemindert, kann die zu viel entrichtete Grunderwerbsteuer zurück erstattet werden. Dafür ist allerdings eine Frist von maximal zwei Jahren ab dem Zugang des Steuerbescheids einzuhalten.

 

Die pünktliche Zahlung der Grunderwerbsteuer ist zudem die Voraussetzung für die Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diese wird vom Grundbuchamt eingefordert, bevor der Wechsel der Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden kann. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung sagt aus, dass die Grunderwerbsteuer gezahlt wurde. Das Dokument wird vom zuständigen Finanzamt ausgestellt, wenn das Geld eingegangen ist. Alternativ kann die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt werden, wenn die Zahlung sichergestellt ist. Dafür muss beispielsweise ein Ausdruck der Überweisung vorgelegt werden oder der Überweisungsträger samt dem Kontoauszug, auf dem die Buchung erfolgte.

One response to “Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg 5% – Tipps

  1. Wir haben ein haus für 5300 euro gekauft und 5% grunderwerbsteuer gezahlt also 2650 euro jetzt will das finanzamt von meiner ehefrau auch 2650 euro ist das richtig oder ein fehler vom finanzamt

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