Grunderwerbsteuer Hamburg

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer Hamburg?

Wer sich für den Kauf oder Bau eines Einfamilienhauses entscheidet, geht damit eine große finanzielle Belastung, oft über mehrere Jahrzehnte, ein. Daher achten viele Bauherren sehr genau auf den Kaufpreis. Oftmals übersehen werden allerdings die Nebenkosten. Bei jedem Immobilienkauf, sei es nun ein bebautes Grundstück samt Einfamilienhaus oder ein noch unbebautes Grundstück, fallen nämlich zahlreiche zusätzliche Kosten an. Zu diesen zählt auch die Grunderwerbsteuer, mit der sich Vater Staat an den Verkaufspreisen bedient.

Die Grunderwerbsteuer ist grundsätzlich bei jedem Immobilienkauf zu zahlen. Ausnahmen gelten nur bei sehr geringen Kaufpreisen (max. 2.500 Euro), die in der Praxis aber kaum vorkommen, beim Kauf von Verwandten in gerader Linie, vom Ehe- bzw. Lebenspartner oder dem Ex-Ehe- bzw. –Lebenspartner, sofern der Kauf im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach Trennung oder Scheidung erfolgt.

In allen anderen Fällen muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden. Bis 2007 betrug diese bundesweit einheitlich 3,5 Prozent des Kaufpreises. Seither können die Länder selbst entscheiden, welche Grunderwerbsteuer sie erheben. Die Freie Hansestadt Hamburg hat sich im Jahr 2009 für eine Anhebung der Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 4,5 Prozent entschieden. Diese ist in Hamburg die erste und bisher einzige Erhöhung der Grunderwerbsteuer gewesen.

Die Grunderwerbsteuer wird dabei stets auf den Kaufpreis berechnet, wobei der gesamte Kaufpreis zugrunde zu legen ist. Da dieser bei einem bebauten Grundstück höher ausfällt, als bei einem unbebauten Grundstück, fällt bei diesem ebenfalls eine höhere Grunderwerbsteuer an. Zudem gilt eine Besonderheit, wenn der Kauf eines unbebauten Grundstücks von dem Bauträger erfolgt, der später mit dem Hausbau beauftragt wird. Dann sind die Gesamtkosten für Grundstück und Hausbau zugrunde zu legen. Das Beispiel soll dies verdeutlichen:

 

Kauf eines unbebauten Grundstücks für 40.000 Euro

Grunderwerbsteuer    =         40.000 * 4,5 %                                   =         1.800 Euro

 

Kauf eines bebauten Grundstücks samt Einfamilienhaus in Hamburg für 150.000 Euro

Grunderwerbsteuer    =         150.000 Euro * 4,5 %                                   =         6.750 Euro

 

Kauf eines unbebauten Grundstücks vom Bauträger für 30.000 Euro zzgl. Einfamilienhaus für 130.000 Euro

Gesamtkaufpreis         =         30.000 Euro + 130.000 Euro                        =         160.000 Euro

Grunderwerbsteuer    =         160.000 Euro * 4,5 %                                   =         7.200 Euro

 

Fälligkeit der Grunderwerbsteuer

Am Beispiel wird deutlich, dass durch die gezielte Auswahl einer Immobilie die Höhe der Grunderwerbsteuer deutlich beeinflusst werden kann. Wichtig ist dies auch im Hinblick auf die Fälligkeit dieser Steuer. In Deutschland zählt die Grunderwerbsteuer zu den Verkehrssteuern. Das bedeutet zum Einen, dass deren Erhebung an einen Vorgang im Rechtsverkehr gebunden ist, zum Anderen, dass sie sofort fällig und eine Stundung generell nicht möglich ist.

Als Vorgang im Rechtsverkehr wird dabei bereits der Abschluss des Kaufvertrags vor dem Notar angesehen. Über diesen muss der Fiskus informiert werden, um den Steuerbescheid für die Grunderwerbsteuer festzulegen. Die Käufer tragen die Grunderwerbsteuer und müssen diese innerhalb von vier Wochen an das Finanzamt entrichten. Die Stundung ist nicht möglich, wenngleich die Finanzbehörden einen Ermessensspielraum haben. Diesen nutzen sie allerdings kaum.

 

Zahlung der Grunderwerbsteuer für Unbedenklichkeitsbescheinigung erforderlich

Die Zahlung der Grunderwerbsteuer ist ebenfalls eine Voraussetzung für die Ausstellung der Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens des Finanzamts. Diese muss wiederum dem Grundbuchamt vorgelegt werden, damit dieses die Eintragung ins Grundbuch vornehmen kann. Erst damit wird der Eigentümerwechsel amtlich bestätigt. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung wird erst nach Geldeingang ausgestellt. In seltenen Ausnahmefällen kann sie auch vor dem Zahlungseingang erfolgen, jedoch ist es dann erforderlich, dass die Zahlung sichergestellt ist. Der Ausdruck der Überweisung kann dafür als Beweis dienen, wobei jedoch der Vermerk „Überweisung wurde angenommen/ausgeführt“ auf dem Beleg erkennbar sein muss. Auch die Vorlage des Überweisungsträgers ist möglich, sofern diesem ein Kontoauszug beigefügt wird, auf dem die Abbuchung bereits erfolgt ist.

Grunderwerbsteuer senken

Kommt es nachträglich aufgrund von Sachmängeln zu einer Kaufpreisminderung, muss auch die Grunderwerbsteuer sinken. Zu viel entrichtete Beträge werden erstattet. Jedoch gilt hier eine Frist von zwei Jahren, um die Höhe der Steuer zu korrigieren.

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