Grunderwerbsteuer Rheinland-Pfalz 2016

Mit dieser Grunderwerbsteuer müssen Sie in Rheinland-Pfalz rechnen

Sie möchten Ihr neues Einfamilienhaus in Rheinland-Pfalz errichten, haben endlich das erforderliche Eigenkapital angespart und sind jetzt nur noch auf der Suche nach der passenden Immobilie? Dann bedenken Sie, dass neben dem reinen Kaufpreis für Einfamilienhaus und/oder Grundstück auch zahlreiche Kaufnebenkosten anfallen.

Angefangen bei der Maklercourtage über die Notargebühren und die Eintragung im Grundbuch bis hin zur Grunderwerbsteuer verteuert sich das Einfamilienhaus sehr schnell. Zudem können Sie nicht mehr von einer bundesweit einheitlichen Grunderwerbsteuer ausgehen, wie es sie bis 2007 noch gab, sondern müssen in jedem Bundesland mit anderen Grunderwerbsteuern rechnen. Deren Höhe liegt in Rheinland-Pfalz bei 5,0 Prozent – und zwar seit dem 01.03.2012. Damit erhalten Sie aber noch einen moderaten Steuersatz im Gegensatz zu manch anderem Land.

 

Wie errechnet sich die Grunderwerbsteuer und wann fällt sie an?

Grundsätzlich errechnet sich die Grunderwerbsteuer anhand des Kaufpreises. Sie wird prozentual von diesem berechnet. Die Grunderwerbsteuer fällt dabei bei jedem Immobilienkauf innerhalb Deutschlands an. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen der Staat auf sie verzichtet. Das ist etwa der Fall, wenn

 

  • der vereinbarte Kaufpreis maximal 2.500 Euro beträgt,
  • die Immobilie vom Ehe- oder Lebenspartner gekauft wird,
  • die Immobilie von Verwandten in gerader Linie erworben wird,
  • der Kauf nach einer Scheidung bzw. Trennung im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung vom Ex-Ehe- oder –Lebenspartner erfolgt.

 

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden. Da sie sich am Kaufpreis der Immobilie orientiert, fällt sie bei einem bebauten Grundstück höher aus als beim unbebauten Grundstück. Jedoch gibt es eine Ausnahme: Wird das Grundstück vom Bauträger erworben, müssen die Kosten für Haus und Grundstück zusammenaddiert werden, um den Kaufpreis und damit die Grundlage für die Grunderwerbsteuer zu erhalten. Am folgenden Beispiel wollen wir dies verdeutlichen:

 

  1. Familie Müller kauft ein Grundstück in Rheinland-Pfalz für 45.000 Euro vom privaten Verkäufer. Die Grunderwerbsteuer beträgt:

45.000 Euro * 5,0 %                                                 =         2.250 Euro

  1. Familie Müller kauft das gleiche Grundstück in Rheinland-Pfalz vom Bauträger und beauftragt diesen mit dem Bau eines Einfamilienhauses für 124.900 Euro. Die Grunderwerbsteuer berechnet sich wie folgt:

45.000 Euro + 124.900 Euro                                               =         169.900 Euro

169.900 Euro * 5,0 %                                                           =         8.495 Euro

  1. Familie Müller kauft vom privaten Käufer ein bestehendes Einfamilienhaus in Rheinland-Pfalz samt Grundstück für 149.000 Euro. Die Grunderwerbsteuer beträgt:

149.000 Euro * 5,0 %                                                           =         7.450 Euro

 

Je nach Kaufpreis und Verkäufer unterscheidet sich die Höhe der Grunderwerbsteuer also deutlich.

 

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Die Grunderwerbsteuer ist immer an den Immobilienkauf gebunden. Dabei handelt es sich um einen Vorgang im Rechtsverkehr, so dass man auch von einer Verkehrssteuer spricht. Für Verkehrssteuern gilt in Deutschland die Regelung, dass diese nicht gestundet werden können. Daher ist die Steuer sofort fällig.

In der Regel unterzeichnen Käufer und Verkäufer, nachdem sie sich auf einen Kaufpreis geeinigt haben, den Kaufvertrag vor dem Notar. Darüber wird wiederum das zuständige Finanzamt informiert, das auf der Basis der übermittelten Daten die Grunderwerbsteuer berechnet und den Steuerbescheid versendet. Die hier festgelegte Steuer ist dann vom Käufer der Immobilie innerhalb einer Frist von vier Wochen zu zahlen.

 

Warum ist es wichtig, die Grunderwerbsteuer zeitnah zu bezahlen?

Doch nicht nur aufgrund des Gesetzes ist es wichtig, die Grunderwerbsteuer möglichst zeitnah zu bezahlen. Ebenfalls ist die Zahlung der Steuer Voraussetzung dafür, dass die Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt wird. Diese wiederum muss dem Grundbuchamt vorgelegt werden, damit der Käufer als rechtmäßiger neuer Eigentümer eingetragen werden kann. Grundsätzlich stellt die Finanzbehörde diese Bescheinigung erst nach Zahlungseingang aus. Drängt die Zeit, kann die Unbedenklichkeitsbescheinigung auch ausgestellt werden, wenn die Zahlung der Grunderwerbsteuer sichergestellt ist. Diese Sicherstellung kann auf zwei Arten belegt werden:

  • Ausdruck der Online-Überweisung mit dem Vermerk, dass die Überweisung entgegengenommen/ausgeführt wurde.
  • Vorlage des originalen Überweisungsträgers samt einem Kontoauszug, aus dem die Zahlung hervorgeht.

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