Grunderwerbsteuer Schleswig-Holstein

Grunderwerbsteuer Schleswig-Holstein – Hier besonders hoch und teuer

Wenn Sie sich für ein Einfamilienhaus in Schleswig-Holstein entscheiden, müssen Sie für die Grunderwerbsteuer besonders tief in die Tasche greifen. Denn in diesem Land hat man zwar lange seine Häuslebauer und Immobilienkäufer von einer erhöhten Grunderwerbsteuer verschont, dann aber gleich zweimal in kurzen Abständen kräftig zugelangt. Schon seit 2007 dürfen die Bundesländer in Deutschland die Höhe der Grunderwerbsteuer selbst festlegen. Die bis dato geltenden 3,5 Prozent waren nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Dennoch ließen sich die meisten Länder noch etwas Zeit, bevor sie diese Steuer erhöhten. In Schleswig-Holstein dauerte es sogar bis zum 01.01.2012, bevor die Grunderwerbsteuer erstmals erhöht wurde, auf damals fünf Prozent. Bereits zwei Jahre später folgte eine weitere Anhebung, so dass seit dem 01.01.2014 für jeden Immobilienkauf eine Grunderwerbsteuer von 6,5 Prozent anfällt.

 

Diese berechnet sich stets nach dem gesamten Kaufpreis für ein Grundstück und alle darauf befindlichen Objekte. Wird ein unbebautes Grundstück von dem Bauträger erworben, der im Anschluss an den Kauf auch das Einfamilienhaus darauf errichten soll, so ist die Summe aus dem Haus- und Grundstückspreis als Berechnungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer heranzuziehen. Dass sich so innerhalb der letzten Jahre deutliche Unterschiede bei der Grunderwerbsteuer ergeben haben, soll folgendes Beispiel verdeutlichen:

 

Familie Müller möchte in Schleswig-Holstein sesshaft werden. Sie kauft

 

  1. a) ein unbebautes Grundstück für 55.000 Euro von einem privaten Verkäufer
  2. b) ein bebautes Grundstück mit Einfamilienhaus für 148.900 Euro vom privaten Verkäufer
  3. c) ein unbebautes Grundstück vom Bauträger für 40.000 Euro. Das Haus soll zusätzlich 129.000 Euro kosten.
 

Höhe der Grunderwerbsteuer bei

Kaufpreis17.10.201123.06.201219.07.2014
55.000 €1.925 €2.750 €3.575 €
148.900 €5.211,50 €7.445 €9.678,50 €
169.000 €5.915 €8.450 €10.985 €

Auch in Schleswig-Holstein hat sich damit die Grunderwerbsteuer nahezu verdoppelt.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Grunderwerbsteuer anfällt?

In Deutschland unterliegt fast jeder Immobilienkauf der Grunderwerbsteuer. Es gibt nur zwei grundlegende Voraussetzungen, damit diese anfällt: Zum Einen muss es sich um einen Kauf im eigentlichen Sinne handeln, bei dem die Rechte und Pflichten vom Käufer auf den Verkäufer übergehen. Zum Anderen muss sich die Immobilie im Inland befinden. Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer gibt es ebenfalls, wenngleich diese in der Praxis kaum von Bedeutung sind. Sie gelten, wenn

 

  1. die Immobilie zu einem Maximalpreis von 2.500 Euro erworben wird,
  2. die Immobilie von Verwandten in gerader Linie erworben wird,
  3. die Immobilie vom Ehe- bzw. Lebenspartner erworben wird,
  4. die Immobilie nach einer Scheidung/Trennung bei der Vermögensauseinandersetzung vom Ex-Ehe- oder Lebenspartner erworben wird.

 

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Wer sich für das Einfamilienhaus in Schleswig-Holstein entscheidet, wird nach der Einigung über einen Kaufpreis mit dem Verkäufer den entsprechenden Kaufvertrag vor dem Notar abschließen. Über diesen Vorgang wird die zuständige Finanzbehörde informiert. Sie wiederum erstellt auf der Basis der vorliegenden Daten den Steuerbescheid. Nachdem der Käufer den Steuerbescheid erhalten hat, hat er vier Wochen Zeit, um die Steuern zu bezahlen. Eine Stundung ist bei der Grunderwerbsteuer nicht vorgesehen, da es sich um eine so genannte Verkehrssteuer handelt.

 

Kann ich bei der Grunderwerbsteuer sparen?

Grundsätzlich ist die Grunderwerbsteuer in ihrer Höhe festgelegt. Sparen lässt sich dabei nicht. Jedoch besteht die Möglichkeit, die Grunderwerbsteuer nachträglich zu senken. Dies muss aber ebenfalls mit einer Senkung des ursprünglich vereinbarten Kaufpreises einhergehen. Das ist oft der Fall, wenn im Nachhinein Mängel an der Immobilie festgestellt werden, aufgrund derer eine Kaufpreisminderung vereinbart wird. Über diese Minderung muss das Finanzamt wiederum informiert werden, um den Steuerbescheid korrigieren zu können. Die bereits gezahlten, zu hohen Steuern werden dann erstattet. Allerdings ist die Korrektur der Grunderwerbsteuer nur innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren möglich.

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