Einfamilienhaus Bauzeit – wie lange dauert es?

Einfamilienhaus Bauzeit – Deshalb dauert es so lange

Das Einfamilienhaus lässt sich nicht innerhalb eines Tages aufbauen, das dürfte Jedermann klar sein. Doch wie lange dauert die Bauzeit für das Einfamilienhaus tatsächlich? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da viele Faktoren hier mit entscheiden. Generell gilt jedoch, dass jeder Hausbau so minutiös wie möglich geplant werden sollte, denn jeder zusätzlich verstrichene Bautag geht auch mit Zusatzkosten einher. Faktoren, die für die Bauzeit entscheidend sind, sind dabei unter anderem:




 

  • Größe des Hauses
  • Bauweise (Massiv- oder Fertighaus)
  • Witterungsbedingungen
  • Bauunternehmen usw.

 

Welche Tätigkeit beim Hausbau nimmt wieviel Zeit in Anspruch?

Bei jedem Bau eines Einfamilienhauses müssen verschiedene Schritte durchlaufen werden, die unterschiedlich lange dauern und sich nur schwer planen lassen. Welche das sind und wie viel Zeit sie im Einzelnen benötigen, wollen wir im Folgenden kurz aufzeigen:

 

  1. Vorbereitungen vor dem Baubeginn

Zu den klassischen Vorbereitungen, bevor es überhaupt mit dem Bau des Einfamilienhauses losgehen kann, gehört das Einholen einer Baugenehmigung. Da die Mühlen der Behörden bekanntlich nicht immer schnell arbeiten, sollten hier mindestens zwölf Wochen eingeplant werden. Zu beachten ist dabei, dass die zuständige Baubehörde auch noch Änderungsauflagen erlassen kann. Dann müssen diese erst durchgeführt und der Antrag erneut eingereicht werden. Das führt zu weiteren Verzögerungen.

 

  1. Das Fundament

Ist die Baugenehmigung erteilt, kann das Fundament hergestellt werden. Hier kommt es darauf an, ob das Einfamilienhaus mit Bodenplatte oder Keller versehen werden soll. Beim Keller sollten rund drei Wochen Bauzeit eingerechnet werden, für die Bodenplatte veranschlagt man im Schnitt gut zehn Tage.

 

  1. Der Rohbau

Im nächsten Schritt folgt der eigentliche Rohbau samt der Geschosse und des Dachstuhls. Für ein Massivhaus, das Stein auf Stein gemauert wird, sollten für den Rohbau gut drei Wochen einkalkuliert werden. Aber Vorsicht – die Dauer kann sich durch ungünstige Witterungsverhältnisse deutlich verlängern. Beim Fertighaus werden hier nur wenige Tage zu Buche schlagen.

 

  1. Der Innenausbau

 

Der eigentliche Zeitfresser ist also der Innenausbau. Angefangen bei der Installation der sanitären Anlagen und Elektroanschlüsse über das Gießen des Estrichs und das Verputzen der Innenräume bis hin zum Einbau von Treppen und Türen und dem Verlegen von Böden und Fliesen.

 

Der größte Zeitfresser beim Innenausbau ist der Estrich. Während er zwar schnell gegossen werden kann, braucht er recht lange zum Trocknen. Je nach gewähltem Estrich sollten hier mehrere Tage bis mehrere Wochen eingeplant werden. Die Trocknungszeit lässt sich verkürzen, wenn ein Bautrockener zu Hilfe genommen wird. Generell muss der Estrich jedoch eine bestimmte Restfeuchte unterschreiten, bevor mit den weiteren Arbeiten begonnen werden kann.

 

Auch der Putz an den Wänden braucht eine gewisse Trocknungszeit, die mit eingerechnet werden sollte. Clevere Bauunternehmen bringen deshalb zuerst Estrich und Putz an, bevor sie ihre Arbeiten bis zum Trocknen unterbrechen. Im Anschluss werden die Böden verlegt, die Treppen und Türen eingebaut, die Fliesen angebracht und vieles mehr.

 

Insgesamt sollte man für den Innenausbau mindestens zwei Monate einplanen, um Estrich und Putz ausreichend Zeit zum Trocknen zu geben. Die Verlegearbeiten von Böden und Fliesen dagegen gehen dann recht schnell vonstatten.

 

  1. Der Umzug

 

Ebenfalls sollte bei der Bauzeit ein ausreichend großes Zeitfenster für die Umzugsvorbereitung mit einkalkuliert werden. Es geht darum, die Kündigungsfrist für die Mietwohnung (meist drei Monate) einzuhalten, Kartons zu packen, einen Transporter zu besorgen und ausreichend Helfer für den Umzug zu organisieren. Gerade bei der Kündigungsfrist gilt: Nicht zu früh kündigen. Ergeben sich bei der Bauzeit Verzögerungen, würde man sonst womöglich auf der Straße sitzen, vor allem, wenn bereits ein Nachmieter gefunden ist.

 

Für das Packen von Kartons und die restliche Organisation des Umzugs sollten wenigstens vier Wochen eingerechnet werden, um nicht in übermäßigen Stress zu verfallen.

 

Wie lange dauert nun die Bauzeit konkret?

Wie lange die Bauzeit konkret dauert, lässt sich an den bereits genannten Werten ungefähr ablesen:

Baugenehmigungca. 12 Wochen
Fundamentca. 3 Wochen
Rohbauca. 3 Wochen
Innenausbauca. 8 Wochen
Umzug ohne Kündigungsfristca. 4 Wochen (reine Umzugsvorbereitung
Gesamte Bauzeitca. 30 Wochen = ca. 7,5 Monate

 

Berechnet wurden diese Werte anhand eines Massivhauses. Beim Fertighaus kann durch die vorgefertigten Bauteile eine kürzere Bauzeit einkalkuliert werden. Allerdings sollte generell die Bauzeit für das Einfamilienhaus nicht zu knapp bemessen werden. Es kann immer wieder zu Verzögerungen kommen, die nicht zu beeinflussen sind.

Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb die Mietwohnung auf keinen Fall zu früh gekündigt werden darf. Besser ist es, man zahlt noch einen oder zwei Monate länger Miete, als zu früh aus der Wohnung raus zu müssen. Zudem muss die Mietwohnung oft vor der Übergabe an den Vermieter oder Nachmieter noch renoviert werden, zumindest geweißt werden sollten die Tapeten und die Einbauschränke müssen oft auch raus. Deshalb sollte der Umzug als solches schon ein oder zwei Wochen vor dem Ende des Mietvertrags stattfinden, damit für diese Aufgaben noch ausreichend Zeit bleibt.

 

Eigenleistungen verlängern die Bauzeit

Wer sich beim Einfamilienhaus für Eigenleistungen entscheidet, um die Finanzierungskosten zu senken, muss dagegen mit einer längeren Bauzeit rechnen. Einerseits sind die meisten Bauherren berufstätig. Für das Verlegen von Böden und Fliesen, das Tapezieren und Streichen usw. bleibt also nur nach Feierabend und an den Wochenenden Zeit. So kann sich die Innenraumgestaltung über Wochen oder gar Monate hinziehen.

Andererseits überschätzen sich viele Bauherren im Bereich der Eigenleistungen. Da sollen plötzlich sanitäre Anlagen selbst eingebaut oder die Elektrik auf eigene Faust verlegt werden. Wer in diesen Bereichen nicht über ausreichend Erfahrung verfügt, der braucht nicht nur sehr lange, um die Arbeiten durchzuführen, sondern drohen auch Fehler bei der Verarbeitung, die im Nachhinein teuer werden können.

Deshalb sind Bauherren gut beraten, sich selbst und ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Nur dann kann die gesetzte Ziel-Bauzeit für das Einfamilienhaus auch eingehalten werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man aufgrund der doch verfrühten Kündigung auf eine Baustelle ziehen muss.

 

Realistische Bauzeitplanung vom Bauträger

Wer eine möglichst genaue Bauzeitplanung erreichen will, ist mit dem Bauträger am besten beraten. Er bietet von der Planung über die Finanzierung bis zum Bau des Hauses alles aus einer Hand an. Dabei kann er die Verhandlungen mit den einzelnen Gewerken aufgrund seiner Erfahrungen besser durchführen, als wenn der Bauherr diese Aufgaben selbst übernehmen würde.

29078711 – Zeitplan © K. Dobler

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