Grunderwerbsteuer Brandenburg 2016

Viele Bauherren, die sich ein Einfamilienhaus kaufen wollen, schauen zunächst nach dem Kaufpreis. Leider werden bei der Kalkulation oft die Bau- bzw. Kaufnebenkosten vergessen. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Maklercourtage, die Grunderwerbsteuer und evtl. sogar noch die Erschließungskosten. Die Grunderwerbsteuer ist dabei zu den festen Kaufnebenkosten zu rechnen, die nur in sehr wenigen Ausnahmefällen umgangen werden kann:

 

Bei diesen Kriterien fällt keine Grunderwerbsteuer Brandenburg an:

  1. Der Kaufpreis liegt bei maximal 2.500 Euro. In der Praxis wird es für diesen Preis kaum ein Grundstück oder Haus geben.
  2. Der Kauf erfolgt vom Ehe- oder Lebenspartner, bzw. nach einer Scheidung bzw. Trennung im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung vom Ex-Ehe- oder –Lebenspartner.
  3. Der Kauf erfolgt von Verwandten in gerader Linie.

 

Diese wenigen Ausnahmefälle können in der gängigen Praxis des Kaufs eines Einfamilienhauses durchaus vernachlässigt werden, da sie so gut wie nicht vorkommen. In allen anderen Fällen muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden.

In Brandenburg müssen sich Bauherren seit 2011 auf eine Grunderwerbsteuer in Höhe von 6,5% des Kaufpreises einrichten. Dementsprechend fällt die Steuer höher aus, wenn ein bereits bestehendes Einfamilienhaus gekauft wird, da der Preis für Haus und Grundstück zugrunde gelegt wird. Gleiches gilt übrigens, wenn das unbebaute Grundstück vom Bauträger erworben wird, der später darauf das Einfamilienhaus errichten soll.

 

Das Ganze wird am Beispiel deutlicher:

Familie Meier möchte ein Einfamilienhaus beziehen. Dafür stehen drei Angebote zur Auswahl:

 a) Ein privater Verkäufer bietet ein Haus samt Grundstück für 125.000 Euro an. Die Grunderwerbsteuer beträgt:

            125.000 Euro * 6,5 Prozent               =        8125 Euro

b) Ein privater Verkäufer bietet ein unbebautes Grundstück für 30.000 Euro an. Die Grunderwerbsteuer beträgt:

            30.000 Euro * 6,5 Prozent                 =         1.950 Euro

c) Der Bauträger bietet der Familie ein unbebautes Grundstück für 35.000 Euro an. Das geplante Einfamilienhaus wird die Familie nochmals 125.000 Euro kosten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf

            125.000 Euro + 35.000 Euro                        =         160.000 Euro

            Die Grunderwerbsteuer beträgt:

            160.000 * 6,5 Prozent                                   =         10.400 Euro

 

Alleine aufgrund der unterschiedlich hohen Grunderwerbsteuer kann die Entscheidung für ein unbebautes Grundstück schon deutliche Kosteneinsparungen mit sich bringen.

 

Die Grunderwerbsteuer in Brandenburg muss sofort gezahlt werden

In Deutschland zählt die Grunderwerbsteuer zu den Verkehrssteuern. Sie ist also strikt an einen Vorgang im Rechtsverkehr gebunden, in diesem Fall an den Immobilienkauf. Somit wird sie auch unverzüglich mit dem Vorgang fällig. Faktisch bedeutet dies: Haben sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis geeinigt und vor dem Notar einen Kaufvertrag geschlossen, ist der Vorgang im Rechtsverkehr abgeschlossen. Die Grunderwerbsteuer wird fällig. Mit dem Abschluss des Vertrags wird das zuständige Finanzamt informiert. Dieses erstellt daraufhin den Steuerbescheid, aus dem die genaue Summe der Grunderwerbsteuer hervorgeht. Zu zahlen ist diese dann binnen eines Monats nach Zugang des Steuerbescheids.

Eine Stundung, wie sie für viele Steuerarten möglich ist, ist bei der Grunderwerbsteuer als Verkehrssteuer grundsätzlich ausgeschlossen. Die Finanzbehörden haben zwar einen gewissen Ermessensspielraum, jedoch nutzen sie diesen in der Praxis kaum.

Wichtig ist es außerdem, die Immobilie, also Einfamilienhaus oder Grundstück, auf Mängel zeitnah zu überprüfen. Kommt es durch vorliegende Mängel zu einer Minderung des Kaufpreises, muss auch die Grunderwerbsteuer reduziert werden. Diese Senkung ist allerdings nur innerhalb einer Frist von zwei Jahren ab dem Steuerbescheid möglich. Die zu viel entrichteten Steuerbeträge werden dann zurück erstattet.

 

Warum sollte ich die Grunderwerbsteuer in Brandenburg zeitnah zahlen?

Beim Immobilienkauf geht das Eigentum erst an den Käufer über, wenn dieser im Grundbuch eingetragen wurde. Für den Eintrag ins Grundbuch verlangt das Grundbuchamt in aller Regel eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts. Diese wird jedoch erst dann ausgestellt, wenn die Grunderwerbsteuer auch gezahlt wurde.

Eine vorherige Ausstellung des Dokuments ist nur dann möglich, wenn die Steuerzahlung sichergestellt ist. Nachweisen kann man dies etwa durch einen Ausdruck der Überweisung, wobei vermerkt sein muss, dass diese bereits entgegen genommen wurde oder durch Vorlage des Überweisungsträgers und des Kontoauszugs, aus dem die Zahlung hervorgeht.

Quelle: Einfamilienhaus.de

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