Grunderwerbsteuer Sachsen

Grunderwerbsteuer Sachsen – Sehr günstig im Vergleich

Die Grunderwerbsteuer gehört beim Kauf eines Einfamilienhauses zu den wichtigsten Kaufnebenkosten. Deshalb sollte man sie grundsätzlich berücksichtigen und zum Kaufpreis hinzuaddieren, um ein zu den eigenen finanziellen Mitteln passendes Objekt zu finden. Dabei dürfen sich Hauskäufer in Sachsen freuen, denn neben Bayern ist es das einzige Bundesland in Deutschland, welches die Grunderwerbsteuer noch nicht erhöht hat.

 

Wie kam es zu steigenden Grunderwerbsteuern?

Die Grunderwerbsteuer wurde im Jahr 1998 in Deutschland mit einem Steuersatz von 3,5 Prozent eingeführt. Bis zum Jahr 2006 war vorgeschrieben, dass die Grunderwerbsteuer bundesweit einheitlich hoch sein sollte. Seither dürfen die Bundesländer aber selbst bestimmen, in welcher Höhe die Grunderwerbsteuer anfallen soll. Den Anfang machte gleich 2007 die Bundeshauptstadt Berlin. Sie hob die Grunderwerbsteuer auf 4,5 Prozent an und viele andere Länder folgten im Laufe der Jahre. Mittlerweile gibt es sogar einige Bundesländer, in denen bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer erhoben werden, wo sich der Steuersatz also nahezu verdoppelt hat. In Sachsen ist das allerdings nicht der Fall, hier blieb man bis heute dem einstigen Steuersatz treu.

 

Wie berechnet man die Grunderwerbsteuer Sachsen?

Wie der angegebene Prozentsatz bereits vermuten lässt, wird die Grunderwerbsteuer prozentual vom Kaufpreis berechnet. Dabei gilt als Kaufpreis der gesamte Preis, der für eine Immobilie gezahlt wird. Alle Gebäude, die sich auf dem Grundstück befinden, sind also ebenso mit einzurechnen. Zudem gibt es den Sonderfall des Grundstückskaufs vom Bauträger. Wenn dieser auf dem bisher noch unbebauten Grundstück in Sachsen nach dem Kauf ein Einfamilienhaus errichten soll, werden beide Verträge und Kaufpreise zusammen addiert. Wie hoch die Grunderwerbsteuer im Einzelfall ausfällt, wollen wir am folgenden Beispiel verdeutlichen:

 

Familie Müller hat sich drei Angebote für ein Einfamilienhaus bzw. Grundstück in Sachsen vorlegen lassen. Diese lauten wie folgt:

 

  1. Ein Privatmann bietet ihnen ein unbebautes Grundstück mit 580 qm zu 45.000 Euro an.
  2. Ein Bauträger bietet ihnen ein unbebautes Grundstück in der gleichen Größe zu 40.000 Euro an. Der Kaufpreis für das Einfamilienhaus wird 119.900 Euro betragen.
  3. Ein Privatmann bietet ihnen ein bereits bestehendes Einfamilienhaus zu 145.000 Euro an.

 

Familie Müller will nun wissen, mit welcher Grunderwerbsteuer sie zu rechnen hat. Dabei ergibt sich folgende Rechnung:

 

Fall 1:

45.000 Euro Kaufpreis * 3,5 % Grunderwerbsteuer                        =         1.575,00 Euro

 

Fall 2:

40.000 Euro Grundstückspreis + 119.900 Euro Hauspreis             =         159.900 Euro

159.900 Euro Gesamtpreis * 3,5 % Grunderwerbsteuer                 =         5.596,50 Euro

 

Fall 3:

145.000 Euro Kaufpreis * 3,5 % Grunderwerbsteuer                      =         5.075,00 Euro

 

Im ersten Fall zahlt Familie Müller also die niedrigste Grunderwerbsteuer, beim Kauf vom Bauträger dagegen die höchste.

 

Grunderwerbsteuer immer sofort fällig

In Deutschland ist die Grunderwerbsteuer zu den Verkehrssteuern zu zählen, weil sie an einen Vorgang im Rechtsverkehr – in diesem Fall den Immobilienkauf – gebunden ist. Für Verkehrssteuern gilt in Deutschland die sofortige Fälligkeit. Das heißt, dass ein Zahlungsaufschub oder eine Stundung grundsätzlich nicht möglich ist. Sobald sich Käufer und Verkäufer auf den Kaufpreis für das Grundstück geeinigt haben, wird der Kaufvertrag vor dem Notar geschlossen. Darüber muss die Finanzbehörde informiert werden, die anhand des Kaufpreises die Grunderwerbsteuer berechnet und den Steuerbescheid erstellt. Binnen eines Monats muss die Steuerschuld dann ausgeglichen werden.

 

Diese fristgerechte Zahlung ist dann auch die Grundvoraussetzung für die Ausstellung der Unbedenklichkeitsbescheinigung seitens des Finanzamts. Die Bescheinigung erklärt, dass keine Steuerschuld die Immobilie betreffend mehr besteht. Sie muss wiederum dem Grundbuchamt vorgelegt werden, damit der neue Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden kann. In dringenden Einzelfällen kann die Unbedenklichkeitsbescheinigung auch ausgestellt werden, bevor der Geldeingang beim Finanzamt verbucht wurde. Voraussetzung ist dann eine Sicherstellung der Steuerzahlung. Diese kann auf folgendem Wege nachgewiesen werden:

 

  • Vorlage eines Überweisungsausdrucks samt dem Vermerk, dass die Überweisung entgegengenommen bzw. ausgeführt wurde.
  • Vorlage des Überweisungsträgers samt einem Kontoauszug, auf dem die Abbuchung ersichtlich ist.

 

Quelle: Einfamilienhaus.de